by felicitevanille | 9:24 pm

They tried to make me go to rehab, I said no no no…. I ain’t got the time and if my daddy thinks i’m fine. Just try to make me go to rehab – i won’t go go go…

Misses Winehouse! Heute hier zu Gast auf meinem Blog. Posthum. Wie kann es sein, dass so ein gewaltiges Stimmchen einfach von uns geht? Sicher, Sie war eine sehr anstrengende und aufsehenerregende Person. Aber musste das denn sein? Einfach so sterben? Klar, der Skandale gab es viel… Drogen, Bulimie… Blake. Das waren die letzten Themen, mit denen sich die Presse befasste, denn Musik machte Amy nicht mehr viel publik in ihren letzten Jahren.

 

Dabei waren doch alle immer so nachsichtig mit dieser gewaltige Stimme. Alle wussten: “Amy darf man nie drängen oder sie zu etwas zwingen.” Auch eine kommerzielle Plattenfirma hat das eingesehen. Sie war total betrunken auf der Bühne? Egal. Amy fliegt nicht raus. Sie kommt nicht dazu, an ihrem neuen Album zu arbeiten, weil sie immer so dicht ist? Macht nichts, wenn es wird, wird es gewaltig. Wie zur Hölle kann ein Mensch sich in so einem Umfeld totsaufen? Denn Amy Winehouse erlag keinem Drogentod. Sie war bereits seit 3 Jahren “drogenfrei”, dafür gut substituiert und auf Weißwein, als sie starb. Dass die Kombination gefährlich ist, darauf wurde Amy mehrmals hingewiesen, aber kann dies einen Menschen, der derartige Verluste erleben musste wirklich erschrecken? Offensichtlich nicht.  

Sucht heißt suchen…

 

Ein kleiner Exkurs in die Wissenschaft… Eine Sucht ist immer eine Sekundärsymptomatik. Niemals kommt eine Sucht aus dem Nichts. Zuerst passiert ein Trauma, das Primärsymptom. Etwas, das den Menschen aus der Bahn wirft. Etwas, womit eine Seele nicht alleine zurecht kommt. Drogen und Alkohol sind stets der Ersatz für etwas anderes, etwas “gesundes”, das dem Menschen genommen wurde oder dem Menschen fehlt. Sucht und Grundbedürfnisse scheint in diesem Kontext eine angebrachte Diskussion zu sein. Was also war Amys Trauma?

 

Was hat nun Amy Winehouse erlebt, dass sie sich selbst so gnadenlos zu Grunde richtete? “Da fehlte wohl der Vater”, höre ich moderne Pseudopsychoanalytiker flüstern. Aber der war doch mehr als präsent! Mitch Winehouse, Amys Vater war immer in aller Munde, als fürsorgliche, männliche Bezugsperson. Stets präsent, stets bemüht – wie der moderne Mann zu sein hat. “Dann war ihre Mama halt ne Schlampe”, schallts von der Kritikerwiesn… Nee, stimmt auch nicht. Ihre Mama war emotional mehr als unterkühlt, wenn man den Quellen glauben darf. “Und was ist mit dem Liebeskummer?” fragen die Romantiker. Amy war bereits kaputt, bevor sie ihren Ehemann, Blake Fielder-Civil traf. Lange davor.

 

Vaterlose Kindheit – Amys Trauma

 

Amy und Blake trafen sich in ihren zwanzigern. Amys Trauma fand aber bereits mit neun Jahren statt. Als Amy 9 war, zog ihr Vater aus und verließ die Familie. Amy war immer ein Papakind, denn Papa hatte die Herzlichkeit und die Wärme, die Amys Mutter fehlte. Warum hat er die Familie verlassen? Tja, Eltern wissen um die sexuellen Eskapaden, die sich noch ereignen, wenn Kinder im Haus sind… Amys Papa hatte eine Geliebte und Amys Mama hat es wohl mitbekommen und ihn vor die Wahl gestellt, denn an zweiter Stelle wollte sie nun doch nicht stehen. Mitch hat sich entschieden – für die Geliebte. Weil guter Sex immer wichtiger ist, als Familie, wenn Du ein Mann bist. Selbstverständlich. Wenn eine Frau sich so entscheidet… Aber er ist ein Mann, daher ist sein Verhalten gesellschaftlich en vouge – aber nicht für Amy. Amy war von diesem Moment an ein “gefallenes Mädchen”, zerstört und kaputt.

 

Ihr Papa zog aus und hatte eine neue Prinzessin. Dennoch war er immer für Amy da. Leider nicht mehr im gemeinsamen Haushalt. Aber er wurde auch kein Mondpapa – Mitch was available. Jedoch das traute Heim und das Familienglück war irreparabel zerstört. Wegen der Scheidung. Die Scheidung wegen der Neuen.  Dass er ihr in ihrem späteren Leben versuchte, die Welt materiell und sonstwie zu Füßen zu legen, half nicht. Amy was broken.

 

Die Rivalität “Mutter – Tochter” ist wohl einfacher zu kompensieren als die Rivalität “Freundin – Tochter” wenn man in diesem Gefüge die Tochter ist. Gerade, wenn Mann von Familie direkt zur Freundin zieht und diese, kaum ist die Scheidung vollzogen, ehelicht. Eine ganz normale Szene in einer modernen Familie? Vermutlich. Aber das Kind – in diesem Fall Amy Winehouse – kam nie wieder auf die Füße seit diesem Tag. Es brauchte keinen Blake, um ihr die Füße unterm Boden weg zu ziehen. Der Tod ihrer Großmutter reichte vollkommen aus, damit Amy alles verlor, das ihr Halt gab. Das einzigste was blieb war der Alkohol. Und der kostete sie schließlich das Leben.

 

“It’s not just my pride – it’s just til these tears have dried”
vgl.: Schuller, A. (2011): Back to Black. Goldmann Verlag.

Comments

No comments yet...

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.