by felicitevanille | 12:06 pm

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.

Gerade Alleinerziehenden tut es gut, auch mal umzublättern.

Wenn ich mir die Welt durch meine Alleinerziehendenbrille ansehe, stelle ich fest, dass das alles hier in Deutschland ganz riesengroße Scheiße ist. Und ungerecht. Sehr ungerecht. Als Alleinerziehende darf ich die Aufgaben von Mutter und Vater bezüglich meines Sprosses alleine bewältigen, also Kinder ver- und umsorgen, Haushalt in Schuss halten und  Arbeiten. Frage ich nach, ob es dafür einen Zeitausgleich gibt, werde ich ausgelacht. Nein, das war ernst gemeint! Wenn in der Familie schon Stellen gestrichen werden und kein neues Personal rekrutiert werden kann, muss doch der Arbeiter, der den Dienst auffängt, mindestens 10 Stunden pro Tag mehr haben, als in den Unternehmen, in denen alle Stellen ordentlich besetzt sind. Nein. Ist nicht. Der Tag hat 24 Stunden, daran gibt es nichts zu rütteln.  

Kann ich dann wenigstens das Geld haben, das den Unternehmen zur Verfügung steht – das durchschnittliche Einkommen würde völlig reichen, damit mein Kind nicht benachteiligt wird? Klar, kannste! Arbeite halt einfach in einem Vollzeit- und einen Teilzeitjob! Dann hast es. Alternativ reichen auch zwei Teilzeitstellen, da ja Verpflegung und textile Versorgung eines Erwachsenen nicht gewährleistet werden müssen. Aha, also klappt das doch mit der Zeit…? Haha, spinnst jetzt? Ja, aber… Ok. Materiell ist also auch nichts möglich. Bleibe in meiner Teilzeitstelle mit meinem Teilzeitgehalt und meinen Vollzeitaufgaben. Plus Familienkümmerung. Alles klar. Ist halt so.

Das Kind? Erschreckend lang in der Kita! Teilweise länger als das (erwachsene) Personal. Warum? Mutter muss arbeiten. Länger, als die anderen Mütter. Wenn Mama acht Stunden im Büro ist, ist Kind mindestens 9 Stunden in der Kita, wenn die S-Bahn nicht ausfällt. Eine Vollzeit-Erzieherin ist da nur 8 Stunden und 12 Minuten. Mit 30 Minuten Pause, wohlgemerkt.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, aber… Das ist nicht der Grund meines Posts! Die Tatsache, die sich aus dieser Liste ergibt ist, dass Alleinerziehende und ihre Kinder dringend Urlaub brauchen. Urlaub vom Alltag, weil der einfach für beide Seiten doppelt so anstrengend ist, wie für andere Familien. Allein von den Rahmenbedingungen her. Und weil auch Kinder alleinerziehender Mütter das Recht haben, ihre Mutter wirklich kennen lernen zu dürfen, denn auch diese Mamas haben mehr, wesentlich mehr zu sagen als “Beeil Dich” “Wir müssen…” “Jetzt aber schnell…” “Ich muss noch…” “Du sollst…” Durch die grausame Tatsache, dass sich weder Haushalt noch Erledigungen von selbst machen, ist das Wochenende meist auch von diesen Sätzen geprägt. Wenn dann an einem Tag mal Ruhe ist, ist das schön, aber bei weitem nicht ausreichend, um das eigentliche Ruhebedürfnis zu befriedigen.

Daher brauchen wir Urlaub. Dringender als alle anderen. Gerade wir müssen die anderen Seiten des Buches anschauen! Um nicht depressiv zu werden. Und nicht auszubrennen. In Ruhe. Mit unseren Kindern. Zusammen. Als Familie. Nicht als Organisationseinheit. Und weil es gerade im Alleinerziehendenhaushalt immer etwas zu tun gibt, müssen wir weg. Weg von zu Hause, auch wenn wir uns ein schönes Nest gebaut haben. Um Raus zu kommen, aus unserem Trott und unserem Alltag. Und um zusammen zu finden. Direkt. Ohne Umweg. Und das geht am besten im Urlaub. Wenn man aufeinander sitzt. Keine Möglichkeit hat, sich aus dem Weg zu gehen. Gerade dort, weit weg von daheim, wo telefonieren mit dem Handy nach Hause viel kostet, haben wir nur das, was für unsere Existenz wirklich wichtig ist – uns selbst und unser Kind. Auf das Wesentlichste reduziert. Mit unseren Wünschen, Interessen, Ideen und Bedürfnissen. Und unserem Willen und unserer Liebe. Das kann mächtig in die Hose gehen und sehr anstrengend werden. Aber es kann ebenfalls eine großartige Erfahrung werden, die Euch wieder näher zusammenbringt. Eine Erfahrung, von der Ihr zehren könnt, wenn der Alltag Euch wieder in die Knie zwingt und die Wogen des Wahnsinns über Euren Köpfen brechen. Lasst Euch von meinen Tipps inspirieren, damit Euer Urlaub alleine mit Kind zu einer positiven Erfahrung wird, denn gegen Regen oder Trotzphasen kann man wenig machen, allerdings können sie bei der Planung der Reise berücksichtigt werden, so dass trotz uncooler Momente ein herrlicher Trip mit einzigartigen Erlebnissen und Begegnungen stattgefunden hat, der Euch als Team näher zusammenbringt, so dass ihr trotz doofer Umstände Euer Leben allein mit Kind im Alltag gnadenlos rocken könnt! Lass Dich hier für Deine Planung inspirieren!

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Comments

onlineEr

Ist Einverstanden, Ihr Gedanke einfach ausgezeichnet
onlineEr

Jan 17.2017 | 12:08 am

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