by felicitevanille | 9:47 pm

Einleitung

 

“Kinder brauchen ihre Väter” heißt die Forderung, die uns – vor allem uns alleinerziehenden überall entgegenschallt. Wir kommen nicht aus, vom “neuen Vater” zu lesen, der gesellschaftlich in höchsten Tönen gelobt wird, wenn er nur 50% der Carearbeit übernimmt, die Frauen seit Jahrhunderten ausüben. Wem fällt es schon ein, eine Frau zu loben, weil sie mit den lieben Kleinen auf dem Spielplatz ist? Das ist doch selbstverständlich. Genauso, wie die Teilzeitarbeitsverhältnisse, die Frauen eingehen, wenn Kinder im Spiel sind. Selbstverständlich. Ebenso selbstverständlich, dass Mütter die volle Elternzeit nehmen, während Väter – sofern sie nach der Geburt noch am Familienleben teilnehmen wollen und sich nicht verdünnisiert haben, weil Mutti in der Schwangerschaft (Überraschung!) fett wurde oder plötzlich doch keine Kinder mehr wollen – nur zwei Monate aus dem Beruf aussteigen, um sich – meist gemeinsam mit der Mutter – um die lieben Kleinen zu kümmern. Wow! Papa wechselt Windeln! Eine gesellschaftliche Höchstleistung, die offenbar nur den Frauen vorbehalten ist.

 

Dass es geschichtlich tatsächlich schon immer was besonderes war, wenn Väter mehr für die Familie taten, als hungrige Mäuler zu stopfen, ist nichts neues. Viele taten ja noch nicht einmal das. Seltsam, dass trotzdem so viele gesunde Leistungsträger innerhalb unserer Gesellschaft leben.

 

Nun gibt es also Applaus, wenn jemand nicht nur seinen Samen streut, sondern sich darüber hinaus auch noch um die Aufzucht bemüht. Ist ja auch nett. Wirklich. Ist ja auch im Jahr 2017 noch nicht selbstverständlich. Sicher, Väterrechte wurden gestärkt, geteiltes Sorgerecht, Umgang, Wechselmodelle sind nun von sofort einklagbar und müssen, zugunsten der Väter auch auf Antrag auf Biegen und Brechen umgesetzt werden. Ob das Kind das will oder nicht. Die Rechte der Väter müssen gestärkt werden. Kinder von Vätern, die keinen Wert auf diese Rechte legen, können ihr Recht auf Unterhalt und Umgang leider nicht durchsetzen – man kann ja niemanden zwingen. Komisch, ein bisschen, findet Ihr nicht?

 

Wie kann es nun sein, dass ein Vater, der Anteil am Leben der Kinder nehmen kann, das nicht möchte? Gesellschaftliche Anerkennung ist ihm doch gewiss! Unterhalt kann eingespart werden (wenn er denn überhaupt zu Teilen gezahlt wird) und die lieben Kleinen können trotz Trennung gesund aufwachsen. Ach ja, daran sind – natürlich – die Mütter schuld. Sie beeinflussen die Kinder schändlichst gegen den anderen Elternteil. Mit ihnen kann man nicht reden, sie verhalten sich unangemessen, sie wollen ja nur Geld… Aha. Überhaupt Mütter… was können die schon außer sich schwängern lassen und pressen. Papa ist hier der Leistungsträger. Klar, oder?

 

Aber nun zurück zu dem, was für die blöden Weiber meist im Fokus steht: Zu den Kindern. Was passiert, mit Kindern ohne Papa? Kann daraus überhaupt was werden? Wie haben die KInder der Trümmerfrauen überlebt? Alle krank und gestört?

 

Heutzutage gibt es 1,7 Millionen Ein-Eltern-Familien. Nur 5% davon sind Papa-Kind-Haushalte. Der Rest steht großen Entwicklungsrisiken gegenüber, denn: Die meisten Väter kümmern sich nicht oder nur sehr sporadisch. Ein Skandal! Sagen die Pädagogen. Väter sind doch seit ca. 5 Jahren soooo unendlich wichtig für eine gesunde Entwicklung der Kinder. Wer seinen Vater nicht kennt, für den sollte das Bett in der Psychiartrie schon mal aufgeschlagen werden und der Stuhl beim Jobcenter reserviert werden. Keine Chance auf eine gesunde Entwicklung, keine Chance auf eine ordentliche Schulbildung. Alle Bemühungen für die Katz. Das kann nichts werden. Wirklich?
Durch Zufall stieß ich vergangene Woche auf äußerst überraschende Erkenntnisse. Ich recherchierte im Epizentrum des mütterlichen Grauens – im Rock’n Roll. Genauer, im Club 27: Überdosierung aufgrund langanhaltender Suchterkrankung und ausschweifendem Lebensstil. Das kann definitiv passieren, wenn man sein Leben lang auf der Suche nach den 50% des männlichen Parts der eigenen Identität ist, dachte sich mein medialverseuchtes Gehirn. Logisch, denn müttlerliche Liebe ist der Bedingungslose Part in der Entwicklung. Für die Liebe des Vaters braucht es Leistung, die muss man sich verdienen. Soweit die klassische Rollenverteilung. Soweit so gut. Aber meine Erkenntnisse waren derart überraschend, dass ich mir erlaube eine neue Serie zu Starten, um sie mit euch zu teilen. Entwicklungsrisiko vaterlose Kindheit? Eine Widerspruch aus der Musikgeschichte. Los gehts mit Amy Winehouse!

You’re welcome to follow and share 🙂

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