by felicitevanille | 3:46 pm

Ein kleines, nettes Fischerdorf, vollgepflastert mit Kramläden, Restaurants und einem herrlichen Strand. Der perfekte Ort, um für immer dort zu bleiben. Eigentlich.

Euphorisch von unserer sanften Landung machten wir uns nach fünf Tagen Mumbai auf den Weg nach Goa, genauer Arambol. Über Airbnb (wenn Du auf diesen Link klickst, bekommst Du 30 Euro Reiseguthaben ;)) haben wir uns für die erste Woche ein Appartement gemietet, welches sich im Zentrum von Arambol befindet und das Budget wesentlich schonender behandelt, als es unsere Luxusunterkunft in Mumbai tat (war jetzt nicht so schwer ;)) Ohne Umwege und arge Abzocke gelangten wir zum Flughafen, erwischten unseren Flug und bereits bei der Landung kam es zu Schwierigkeiten.

Das Militär hatte sich zu einer Übung entschlossen und nahm einen Teil der Startbahn in Beschlag, wodurch wir nicht in Parkposition gelangen konnten und zwei Stunden im Flieger warten mussten. Dafür gab es aufgrund unseres Handgepäcks gottseidank kein Gewarte am Gepäckband, die Stimmung war trotzdem genervt, so dass ich mich hinreißen ließ, an der Schlange für die Prepaid-Taxis vorbeizuziehen, um vor der Halle ersteinmal Essen für das Kind zu besorgen, da es sowohl im Flieger als auch in der Ankunftshalle nichts zu essen gab. Grober Fehler, wie sich herausstellte! Als ich wieder zurück wollte, um ein Taxi zu organisieren, wurde ich von einem Polizisten aufgehalten. „Sie können hier nicht reingehen,“ sagte er. „Aber ich brauch ein Taxi,“ sagte ich. „Where is your husband?“ (er) „In Germany.“ (ich) „Go and stay away!!!“ sprachs und schob mich mit Kind an der Hand gewaltsam aus dem Eingangsbereich. Auf meine Gefühle zu diesem Zeitpunkt möchte ich nicht genauer eingehen, da ich denke, man kann es sich vorstellen.

Da stand ich nun, mit dem Buzal an der Hand umringt von Taxifahrern, die uns möglichst für den Höchstpreis nach Arambol bringen wollten. Zwischen 2000 und 3000 Rupies war alles dabei. Eine normale Fahrt nach Arambol von Dabolim aus kostet offiziell um die 1400 Rupies. Sehr angepißt, weil mir offensichtlich keine andere Wahl blieb, als ein viel zu teures Taxi in Anspruch zu nehmen, ging ich mit dem nächsten Grattler mit, weil ich nur noch ankommen wollte. Zwei Stunden dauerte die Fahrt.

Die Ankunft in Arambol war dafür umso schöner. Wir kamen zu unserem Guesthouse und als wir durch das Tor gingen, flog die Haustür auf und der Mensch, den ich vom Airbnb-Profilbild kannte kam uns entgegen und hieß uns mega-ultra-überherzlich Willkommen. Nach einem kleinen Fußballmatch im Wohnzimmer wurde uns unser Zimmer gezeigt. Wir richteten uns kurz häuslich ein, beruhigten uns von dieser gräulichen Ankunft und waren voller Zuversicht, dass nun alles ganz wunderbar weitergehen würde.

In einem Zustand der reanimierten Euphorie flanierten wir über die Mainstreet von Arambol, die definitiv an ein Festival erinnert, um das nötigste für die Nacht und das Frühstück zu besorgen. Die guten Vibes waren wieder zurück und schon in der Nacht waren wir äußerst glücklich, an diesem zauberhaften Ort sein zu dürfen.

Den darauffolgenden Tag verbrachten wir umringt von herrlich schrägen Gestalten am Strand bzw. im Meer. Ganz ehrlich, gibt es wirklich etwas schöneres, als mit einer Kokusnuß im Sand in der Sonne zu sitzen während das Kind sich vor Freude glucksend im Wasser wälzt? Am Abend entschieden wir uns, hier weitere 3 Wochen zu verbringen. Warum nicht? Wir waren schließlich im Paradies angelangt und hatten zufällig ein wenig Zeit mitgebracht.

Drei Wochen im Paradies? Eine schöne Idee…

Die darauffolgenden Tage verbrachten wir alle am Meer. Arambol hat einen so zauberhaften Strand! Und einen täglichen Markt, der sich immer zu Sonnenuntergang am Strand aufbaut und vor dem Drummercircle stattfindet. Wir waren sehr zufrieden und glücklich, an diesem schönen Ort umgeben von diesen zauberhaften Menschen zu sein. So verbrachten wir die Tage in der Sonne entspannt und fröhlich im Kreise neuer Bekannter.

Leider waren nicht alle Menschen so zauberhaft. Gerade die Inder erwiesen sich als sehr anstrengend. Entweder wollten sie was verkaufen oder ein Selfie machen. Ich wollte nichts kaufen und das Ding mit den Selfies… überhaupt mit den indischen Männern in Goa… Es wird ein Bericht folgen. Nur soviel sei gesagt: Der Polizist am Flughafen war erst der Anfang…

Leider konnten wir nicht in unserem Guesthouse bleiben, da dort bereits alles ausgebucht war. Ich habe den Fehler gemacht, aus Faulheit, eine weitere Airbnb Unterkunft zu buchen, ohne sie vorher besichtigt zu haben. Für zwei weitere Wochen. Als der Auszug anstand, zogen wir wohlgemut ein paar Häuser weiter mit der Verabredung zum späteren Treffen am Beach im Kopf. Und wie soll ich sagen? Es lief genau nach Plan, nur der Plan war mies, denn leider entsprach das Zimmer überhaupt nicht der Beschreibung und sauber war es überhaupt nicht. Nach Rücksprache mit dem Gastgeber, welcher sofort stornieren wollte, waren wir nun also obdachlos. Wir deuteten das als Zeichen, dass es an der Zeit sei, diesen Ort zu verlassen und weiterzuziehen. Wir hatten ja noch mehr als genügend Zeit, somit durchaus die Möglichkeit, nochmal nach Arambol zurückzukehren, am Ende unserer Reise. Aber manchmal kommt alles ein wenig anders und diesmal war manchmal.

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