by felicitevanille | 11:04 pm

Singlemom zu sein ist für die Betreffende vielleicht gar nicht so defizitär, wie für das Umfeld.

 

Ja, Ich bin alleinerziehend. Ja, ich bin Single. Ja, es geht mir gut. Wie oft höre ich den Satz “Du findest schon auch noch den Richtigen”? Es folgen große Augen meinerseits. Große Augen und großes Erstaunen darüber, dass so selbstverständlich davon ausgegangen wird, dass ich das auch möchte. Jetzt mal im Ernst, ich habe mein Bett noch nie gerne geteilt. Als Kind hatte ich noch nicht mal ein Lieblingskuscheltier, ohne das ich nicht einschlafen konnte. Ich schlief immer hervorragend. Allein. In Beziehungen vor Kind war das schon ein Streitpunkt, gespickt von “Du liebst mich nicht” und “Du hast nen Anderen”. Ja, ich habe ein Seitenschläferkissen. Das reicht mir, in meinem Bett zum Schlafen. Mehr brauche und möchte ich da nicht. Ich brauche weder Heizung noch Frischluftfanat. Ich steh nicht auf Geschnarche und aus dem Bett drängende Zuneigungsversuche.  Meine Bettdecke gehört auch mir. Schon immer. Ich schlafe echt sehr gerne allein. Damit fängts schon an.  Mein Kind kommt mittlerweile nachts in seinem Bett auch super klar. Hurra! Ich habs also geschafft. Denkste! Ich brauch doch den Richtigen!! So ein Blödsinn, da fängt das Dilemma ja von vorne an!

Das Drama geht weiter, wenn wir auf meinen Alltag schauen. Ja, ich habe einen Job. Ich bin da echt regelmäßig, jeden Tag für mehrere Stunden am Stück sogar. Und dazu habe ich ein Kind, welches mit Freude einen Kindergarten besucht. Beides müssen wir zu gewissen Uhrzeiten erreichen und nein, ich beeile mich nicht. Denn vom Beeilen bekomme ich schlechte Laune. Wir haben unseren Rhythmus und unsere Struktur am Morgen. Man könnte sagen, in den vergangenen sechs Jahren haben wir uns gut eingespielt. Ich möchte nicht, dass da jemand reinpfuscht. Ebenso verhält es sich mit dem Feierabend. Mir reichen einfach drei Stunden Kommunikation im Anschluss an meinen äußerst kommunikativen Job als Sozialpädagogin. Da bin ich völlig ausgelastet! Warum rufst Du mich zwischen Montag und Freitag an? Kannst Du nicht schreiben? So ein Mist. Nein, ich möchte mich auch nicht mit Dir betrinken, denn ich habe einen Job und ich bin ganz glücklich damit und wenn ich heute mit Dir länger mach, hab ich morgen keinen Bock am Abend die Murmelbahn aufzubauen oder mit Lego Flugzeugen durch die Bude zu fliegen. Sorry, habe aus Fehlern gelernt und setze nun Prioritäten.

Da käme noch eine Wochenendbeziehung in Frage, möchten die Hartnäckigen unter euch einwenden… Joa… Theoretisch. Praktisch scheitern die allerdings meist an dem eingangs erwähnten Problem und der Tatsache, dass ich ja auch noch ein Leben habe. Also eins mit Freunden und Interessen. Also eigentlich sogar zwei. Und viel zu wenig Zeit um beides immer gut unter einen Hut zu bringen, denn irgendwann müssen wir ja auch noch chillen. So ist’s ja nicht.

Und an den kindfreien Wochenenden? Ja. Da hab ich Zeit. Für mich in erster Linie. Da passiert nur, was mir Spaß macht. Ohne Rücksicht auf irgendjemanden und irgendwas. Da möchte ich mich nun wirklich mit niemandem arrangieren müssen. Denn was nutzt mir ein voller Time Table, wenn ich müde bin? Nix, da muss ich ja dann erstmal absagen, diskutieren… Das spar ich mir. Meine Lieben kennen mich schon lang, die können das ab, aber die meisten Männer fühlen sich dann in ihrer Männlichkeit verletzt und das Geheule und Gepampe muss ich mir schließlich nicht reinziehen. Kompromisse mach ich jeden Tag, da brauch ich Dich nicht dazu.

Was? Du hättest mich auch mit Kind genommen? Haha, aber… lass stecken, ich bin leider nicht interessiert. Vielen Dank, für die Aufmerksamkeit!

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